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Gründung im Nebenerwerb bietet große Chancen

Studie zum Thema "Gründungen im Nebenerwerb" veröffentlicht

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat heute die Studie "Beweggründe und Erfolgsfaktoren bei Gründungen im Nebenerwerb" veröffentlicht. Die Studie untersucht die Charakteristika, Motive, Hemmnisse sowie den Erfolg von Gründungen im Nebenerwerb auf Basis einer breit angelegten Befragung von 1.200 Teilnehmern.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: "Existenzgründungen setzen neue, innovative Ideen in die Praxis um. Sie sind wie eine "Frischzellenkur" für unsere Wirtschaft und beleben den Wettbewerb. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass auch eine Gründung im Nebenerwerb große Chancen bietet. Mit überschaubarem finanziellem Risiko kann es gelingen, sich ein zweites Standbein zu schaffen und dieses zu einem späteren Zeitpunkt in eine Selbstständigkeit im Haupterwerb umzuwandeln. Auch ein gradueller Einstieg in die Selbstständigkeit kann für Gründerinnen und Gründer eine geeignete Option sein. Existenzgründungen schaffen Arbeitsplätze und sind für Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit entscheidend. Sie sichern damit die Grundlage für Wohlstand und Wachstum in Deutschland und Europa."

Die zentralen Ergebnisse der Studie sind:

59 % der Gründungen erfolgten 2012 im Nebenerwerb. Dabei investieren Nebenerwerbsgründer einer Hochrechnung der Studie zufolge jährlich rd. 4,5 Mrd. Euro und schaffen 370.000 Arbeitsplätze. Nebenerwerbsgründer sind somit eine relevante gesamtwirtschaftliche Größe.
Nebenerwerbsgründer sind im Haupterwerb überwiegend Angestellte und überdurchschnittlich häufig weiblich. Der Anteil der Gründerinnen lag bei 49 % und damit deutlich über dem Frauenanteil aller Gründungen.

Nebenerwerbsgründer verfügen über hohe formale Bildungsabschlüsse (Abitur oder Fachabitur und/oder [Fach-] Hochschulabschluss).
Gründungen erfolgen zumeist in unternehmensnahen Dienstleistungen wie Unternehmensberatungen oder Werbeagenturen, in den Bereichen Unterricht, Kultur und Medien sowie IT-Dienstleistungen.
Als Motive für die Gründung dominieren ebenso wie bei einer Gründung im Haupterwerb die Nutzung der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen und die Verwirklichung einer Geschäftsidee. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bietet dabei eine finanzielle Absicherung, die das Risiko der Gründung reduziert. Gerade Frauen bietet diese Form der Gründung eine gute Möglichkeit zum Wiedereinstieg in den Beruf und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Hemmnisse werden vor allem in der zeitlichen Doppelbelastung durch die erste Erwerbstätigkeit gesehen. Wichtige Faktoren für das Gelingen der Nebenerwerbsgründung sind daher Organisationsfähigkeit sowie Selbst- und Zeitmanagement und das Aufstellen eines Businessplans.


Die Zufriedenheit der Nebenerwerbsgründer ist hoch: Rund 80 % der Gründer würden sich wieder selbstständig machen und 67 % auch wieder im Nebenerwerb. 14 % würden sofort im Haupterwerb gründen. Ein Viertel der Nebenerwerbsgründer plant zudem einen Wechsel vom Neben- in den Haupterwerb.
Die Studie wurde vom Institut für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier ("inmit") in Zusammenarbeit mit der Universität Trier erstellt.

Die Studie finden Sie hier.



Pressemitteilung BMWi vom 26.11.2013