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Voller Fahrtkostenabzug für „fliegendes“ Personal

Der 11. Senat des Finanzgerichts Münster hat mit Urteil vom 2. Juli 2013 (Az. 11 K 4527/11 E) entschieden, dass bei einer Flugbegleiterin der Werbungskostenabzug für Fahrten zwischen Wohnung und Einsatzflughafen nicht auf die sog. Entfernungspauschale begrenzt ist, sondern Werbungskosten in Höhe der tatsächlichen Fahrtkosten zu berücksichtigen sind.

Die Klägerin war als Kabinenchefin für eine Fluggesellschaft tätig. Als Werbungskosten machte sie die tatsächlichen Kosten für Fahrten zwischen ihrer Wohnung und dem Einsatzflughafen sowie für ein häusliches Arbeitszimmers zur Vorbereitung und Dokumentation der Flüge geltend. Das Finanzamt gewährte lediglich Fahrtkosten in Höhe von 0,30 EUR pro Entfernungskilometer.

Der Senat gab der Klägerin in beiden Punkten Recht. Die Beschränkung des Werbungskostenabzuges auf die sog. Entfernungspauschale erfasse lediglich Fahrten zwischen Wohnort und „regelmäßiger Arbeitsstätte". Dies sei nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes nur noch der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers. Da die Klägerin schwerpunktmäßig nicht im Einsatzflughafen, sondern im Flugzeug tätig sei, habe sie keine regelmäßige Arbeitsstätte, sondern übe eine sog. Auswärtstätigkeit aus. Die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer seien in Höhe von 1.250,- EUR zu berücksichtigen, da der Klägerin kein „anderer Arbeitsplatz“ für die von ihr zu erledigenden Arbeiten zur Verfügung gestanden habe. Die Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen VI R 54/13 anhängig. Zu den Einzelheiten lesen Sie bitte die Pressemitteilung Nr. 10 
vom 1. August 2013.

Pressemitteilung FG Münster vom 15.08.2013