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Berufliche Qualifizierung - Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres treten zehn modernisierte Ausbildungsordnungen in Kraft

Die deutsche Wirtschaft ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Mit der dualen Berufsbildung eröffnen sich zunehmend neue Karrierechancen. Damit die duale Ausbildung den sich stets ändernden Anforderungen gerecht wird, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Reihe von Ausbildungsordnungen zum Beginn des kommenden Ausbildungsjahres überarbeitet.

Gemeinsam mit den Sozialpartnern (Arbeitgeber und Gewerkschaften) wurden die Ausbildungs- und Prüfungsinhalte folgender Berufemodernisiert:

1. Fachkraft für Lebensmitteltechnik
2. Fachkraft für Speiseeis
3. Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker
4. Kaufmann für Büromanagement
5. Kaufmann für Versicherungen und Finanzen
6. Land- und Baumaschinenmechatroniker
7. Polsterer
8. Süßwarentechnologe
9. Zupfinstrumentenmacher
10. Zweiradmechatroniker

Die Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker beispielsweise wurde aufgrund neuer Reparatur- und Diagnosemethoden, neuer Füge- und Verbindungstechniken sowie verschärfter Vorgaben der Schadstoffreduzierung den technologischen Veränderungen angepasst.

Bislang gab es drei unterschiedliche Büroberufe: "Kaufleute für Bürokommunikation", "Bürokaufleute" für die gewerbliche Wirtschaft und "Fachangestellte für Bürokommunikation" für den öffentlichen Dienst. Diese drei Berufe sind nun zu einem modernen Beruf "Kaufmann und Kauffrau für Büromanagement" mit derzeit knapp 84.000 Ausbildungsverhältnissen zusammengeführt worden. Dieser größte duale Ausbildungsberuf gibt den ausgebildeten Kauffrauen und Kaufmännern durch bereichsübergreifende Qualifizierungen eine größere Flexibilität am Arbeitsmarkt. Passgenaue Wahlqualifikationen decken die spezifischen Büroaufgaben von Unternehmen und Behörden ab.

Bei der Ausbildung in der Land- und Baumaschinenmechatronik wurden die Prüfungszeiten und Prüfungsinstrumente deutlich optimiert. Zukünftig ist die zeitliche Beanspruchung hauptamtlicher Meister und Fachkräfte dieses Bereichs geringer. Hierdurch erhofft sich das BMWi, wieder mehr junge Praktiker für die Prüfungsausschüsse zu gewinnen.

Potenziale zu erkennen und technologische Entwicklungen zeitnah umzusetzen, ist eine der zentralen Herausforderungen für die Berufsbildungspolitik. Moderne Ausbildungsordnungen sind unverzichtbar, um die Attraktivität der dualen Ausbildung für Jugendliche zu erhöhen. Nur so kann der Produktions- und Technologiestandort Deutschland gestärkt werden.

Das duale System leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass Deutschland die geringste Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union aufweist. Es bietet durch seine Offenheit für alle Schulformen sowohl Lern- und Leistungsstarken als auch Jugendlichen ohne Abitur oder mittlere Reife einen zukunftsfähigen Weg in das Berufsleben. Diese Charakteristika tragen dazu bei, dass Deutschland weltweit Vorbild für duale Berufsbildungssysteme ist.



Pressemitteilung Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 01.08.2014