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Anschaffungsnebenkosten auch bei unentgeltlichem Erwerb im Wege der AfA abzugsfähig

Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 9. Juli 2013 (Az. IX R 43/11) die Auffassung des 13. Senats des Finanzgerichts Münster (Urteil vom 25. Oktober 2011, Az. 13 K 1907/10 E) bestätigt, dass Kosten für eine Erbauseinandersetzung als Anschaffungsnebenkosten im Wege der AfA abzugsfähig sind.

Die Klägerin hatte gemeinsam mit ihrem Bruder mehrere Grundstücke geerbt. Im Rahmen der Teilung des Nachlasses, nach der die Klägerin zwei mit Mietwohnungen bebaute Grundstücke erhielt, fielen Notar- und Grundbuchkosten an, für die die Klägerin einen Werbungskostenabzug in Höhe der AfA begehrte. Das Finanzamt versagte den Abzug und verwies auf eine bundesweit geltende Verwaltungsanweisung, wonach Anschaffungsnebenkosten bei einem voll unentgeltlichen Erwerb nicht abzugsfähig seien.

Sowohl der 13. Senat des Finanzgerichts Münster als auch der Bundesfinanzhof teilten die Rechtsansicht der Klägerin. Die Aufwendungen dienten dem Erwerb des Alleineigentums an den vermieteten Objekten. Sie seien – ebenso wie bei einem teilentgeltlichen Erwerb - zur Erzielung von Einkünften getätigt worden und daher als Anschaffungsnebenkosten über die AfA zu berücksichtigen.