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Vom Leben, vom Leid und vom Neubeginn

Wenn ein Schmetterling heranwächst ist er zunächst eine Larve und dann eine Puppe. Er kriecht am Boden und lebt dann eingesponnen in einer engen Behausung. Wenn er nun diese Behausung, seine Puppe verlässt, dann liegt es an ihm, seine Flügel auszubreiten und zu fliegen.

Natürlich kann er das Fliegen auch bleiben lassen und darauf verweisen, dass er, der Arme entweder als Larve am Boden herumkriechen musste und nicht fliegen gelernt hat; oder dass er als Puppe entsetzlich eingeengt wurde.

Und er leide so unter seiner Vergangenheit, dass er jetzt eben nicht fliegen könne.

Was nützt ihm dieser Hinweis denn?  --  Er ist es, der nicht fliegt. --
Er leidet.

Und es dürfte ihm weitaus besser bekommen, wenn er einfach seine Flügel ausbreiten und fliegen würde. Auch wenn er sich ein paar Beulen holt.  (Heinz Körner, Johannes -Erzählung-)

Foto © 2014 - Hans Jürgen Groß